Die Vorbereitung der Bewerbung

Vorbereitung der Bewerbung

Im Folgenden finden sie Informationen und Anregungen zum Verfassen einer schriftlichen Bewerbung. Die Artikel und Checklisten sind als Unterstützung für die Erstellung einer vollständigen Bewerbungsmappe, bestehend aus Anschreiben, Lebenslauf, Foto und Zeugniskopien, gedacht und sollen Hilfestellung zur Vorbereitung eines Vorstellungsgespräches geben.

Die Bewerbungsmappe ist zugleich Visitenkarte und Arbeitsprobe des Bewerbers. In dieser Weise bestimmt sie den ersten Eindruck beim potentiellen Arbeitgeber.

Das Ziel der Bewerbung ist die Einladung zum Vorstellungsgespräch; der Weg dahin eine möglichst erstklassige Präsentation der eigenen Arbeitskraft und Persönlichkeit.

1. Formale Aspekte beim Schreiben der Bewerbung

Die schriftliche Bewerbung ist ein Ritual, dessen Grundregeln recht einfach und einheitlich gestaltet sind. Wer sich hier keine Fehler erlaubt, hat die erste Hürde schon genommen. Überraschenderweise unterschätzen viele Bewerber die Bedeutung der äußeren Form, wie Orthographie, Schriftbild und Vollständigkeit der Unterlagen und so finden sich die formalen Mängel auf Platz eins der Liste der häufigsten Fehler bei Bewerbungen.

1.1. Bestandteile einer schriftlichen Bewerbung

Muss-Bestandteile

  1. Bewerbungsanschreiben
  2. Lebenslauf
  3. Bewerbungsfoto
  4. Zeugniskopien

Kann-Bestandteile (wenn gefordert)

  1. Zertifikate von Weiterbildungen, Kursen und Schulungen
  2. Handschriftenprobe
  3. Referenzen / Empfehlungen
  4. Polizeiliches Führungszeugnis

2. Rechtschreibung und Rechtschreibreform

Am 31.Juli 2005 endete die Übergangsfrist, die alte und neue Rechtschreibung zuließ. Ab August 2005 ist alleinig die Neue Deutsche Rechtschreibung verbindlich; alte Schreibweise und Zeichensetzung gelten als überholt.
Bestes Werkzeug ist natürlich die automatische Rechtschreibprüfung des Schreibprogramms auf dem Computer. Ein Update auf die neuen Regeln ist entweder schon enthalten oder wird über die Webseiten der Softwarehersteller zur Verfügung gestellt.

3. Sprache und Grammatik

Die Wortwahl einer Bewerbung sollte dem eigenen Wortschatz entsprechen. Für Grammatik und Formulierung können Freunde und Bekannte, v.a. mit Berufen wie Lektorin, (Deutsch-)Lehrer, Sekretärin oder Journalist, als Korrekturleser sehr hilfreich sein. Gleichzeitig haben diese Personen auch eine Außen-Sicht auf den Bewerber und können die eigene Selbstdarstellung im Text weiter verbessern und bereichern.

4. Vorbereitung und Auseinandersetzung im Vorfeld der Bewerbung...

4.1. …mit sich selbst

Dieser Punkt ist sehr individuell. Über das Wahrnehmen von Bedürfnissen ist es möglich die eigene Einstellung und Motivation näher kennen zu lernen. Diese innere Bestandsaufnahme klärt vor allem das eigene Selbstbild und die eigene Motivation. Hier gewonnene Erkenntnisse fließen nicht in den Bewerbungstext ein.
Folgende Überlegungen können als Einstieg dienen:

  • Wer bin ich in meinen Augen und in der Wahrnehmung meiner Umwelt?
  • Wo habe ich die meisten Erfahrungen und welche Stärken haben sich daraus entwickelt?
  • Was sind meine persönlichen Ziele und wohin möchte ich mich entwickeln?
  • Wie ist der Weg dahin?
  • Welche Stellung hat Berufstätigkeit in meinem Leben?

4.2. …mit den eigenen beruflichen Zielen

Im Gegensatz zu den persönlichen Zielen, sollten die beruflichen Ziele in angemessener Formulierung in den Text des Bewerbungsanschreibens mit einfließen

4.3. …mit dem potentiellen Arbeitgeber

Checkliste Unternehmensdaten – Was ein Bewerber über das Unternehmen wissen sollte:

  • Name des Unternehmens
  • Unternehmensstruktur (Beteiligungen, Hauptsitz, Niederlassungen, Konzerneinbindung)
  • Rechtsform (z.B. AG, GmbH)
  • Mitarbeiter(-zahl)
  • Namen der Entscheider (Geschäftsführer (bei GmbH), Aufsichtsratsvorsitzender (bei AG), Vorstandsvorsitzender, Personalchef, Chef)
  • Die Geschäftsfelder und jeweils wichtigsten Produkte / Dienstleistungen; wenn möglich dazu Marktanteile und Zielgruppen
  • Unternehmenskennzahlen (z.B. Umsatz, Gewinn)
  • Bei AG: aktueller Aktienkurs
  • Marktsituation (z.B. Konkurrenten, Marktdynamik)

5. Vorbereitung auf das Vorstellungsgespräch

5.1. Anregungen zu eigenen Fragen an das Unternehmen

Unternehmensbezogen:

  • Fragen zu den selbst im Vorfeld recherchierten Geschäftsunterlagen (z.B. Geschäftsbericht, Firmenporträt, Kataloge)
  • Position des Unternehmens am Markt (z.B. Mitbewerber, Marktanteile, Wettbewerbsvorteile)
  • Situation des Marktes (expansiv, rückläufig, stagnierend)
  • Unternehmensgrundsätze, Führungsleitlinien
  • Personalplanung und Personalentwicklungsgrundsätze, Beurteilungssysteme (Beispiele für Karriereplanung, Förderprogramme, berufsbegleitende Weiterqualifizierungen)
  • Entscheidungsprozesse im Unternehmen

Stellenbezogen:

  • Eingliederung der Stelle in die betriebliche Organisation und Hierarchiestruktur
  • wichtige Nachbarbereiche (Ansprechpartner)
  • Stellenbeschreibung für die Position (Aufgabengebiete, Schwerpunkte)
  • durchschnittliche Verweildauer von Vorgängern
  • Grund für die Vakanz der Position (Warum ist die Stelle jetzt frei?)
  • zeitlicher Umfang von reisebedingter Abwesenheit (Auswärtige Besprechungen, Tagungen, Schulungen)
  • kennen lernen zukünftiger Kollegen, deren Qualifikation
  • Arbeitszeitregelungen (Gleitzeit, Regelungen der Reisezeiten)
  • Gehalt und soziale Leistungen (diese Fragen erst, wenn das Thema von Unternehmensseite angesprochen wird!)

5.2. Mögliche Fragen von Unternehmensseite an Bewerber

  • bisheriger Werdegang
  • Motive für Studien- und Schwerpunktwahl
  • Begründung überdurchschnittlich guter bzw. schlechter Leistungen
  • Art der Vorbereitung auf Prüfungen
  • Inhalte und Ergebnisse der Diplomarbeit / Gesellenprüfung o.ä.
  • außerberufliches / außeruniversitäres Engagement
  • bisherige positionsbezogene Praxiserfahrung (Praktika, Berufsausbildung, o.ä.
  • Interesse für die ausgeschriebene Position
  • eigene Vorstellung über die ausgeschriebene Position
  • eigene Vorstellung über die Aufgabenschwerpunkte
  • Interesse für Branche und Unternehmen
  • Branchen und Unternehmenskenntnisse
  • persönliche Interessen / Hobbies
  • persönliche Stärken / Schwächen
  • berufliche Zielvorstellungen
  • Persönlichkeitsmerkmale (z.B. Kritikfähigkeit, Teamfähigkeit, Soft Skills)
  • Mobilität (Inland/Ausland)
  • Familiensituation und Familienplanung
  • Informationsverhalten (Tages- / Fachpresse)
  • parallele Bewerbungen