1. Form des Anschreibens
1.1 Umfang
Das vollständige Anschreiben sollte auf einer einzigen A4 Seite Platz finden. Nur in Ausnahmefällen kann es auch umfangreicher ausfallen, in jeden Fall aber maximal 1,5 A4 Seiten lang sein.
1.2 Layout
rechtsbündig oben die eigene Adresse, Telefonnummer, Email, Webseite:
Peter Wunderlich
Staungasse 34
12376 Staunbach
Tel. (06631) 1230456
mail@p.wunderlich.de
linksbündig die Adresse des Unternehmens:
Herrn
Hans Brauner
Farbig GmbH
Nebengasse 33
56789 Rundhausen
rechtsbündig – das Datum:
Staunbach, 05.03.2010
linksbündig ein kurzer Betreff:
Ihre Anzeige im Anzeiger vom 21.06.10
Bewerbung als Maler
linksbündig – die Anrede:
Sehr geehrter Herr Brauner,
in Blocksatz die Einleitung
in Blocksatz der Hauptteil
in Blocksatz der Abschluss
linksbündig die Verabschiedung
Unterschrift
2. Gliederung und Inhalt eines Anschreibens
2.1. Die Anrede
2.1.1 Unpersönlich
„Sehr geehrte Damen und Herren,… “
2.1.2 Persönlich
Kennt man den Namen des Empfängers ist die persönliche Anrede gegenüber der unpersönlichen Anrede zu bevorzugen. Mögliche Quellen für den Empfängernamen sind der Anzeigentext der Stellenanzeige oder eigene Informationen z.B. aufgrund eines persönlichen Telefonates.
„Sehr geehrte(r) Frau / Herr (Titel? z.B. Dr.)…“
2.2 Die Einleitung
In der Einleitung sollte man in freundlichem Ton Interesse wecken, den Leser neugierig machen und Spannung erzeugen. Auch auf ein möglicherweise vorab geführtes Telefonat und auf mögliche dritte Personen als Referenz sollte in der Einleitung Bezug genommen werden.
„in Ihrer Anzeige vom …. suchen Sie eine/n …“
„(zuerst/zunächst) vielen Dank für das angenehme/ausführliche/freundliche/offene Gespräch/Telefonat/Messegespräch/Treffen. Wie besprochen übersende ich Ihnen meine (vollständigen) Unterlagen / Hier wie verabredet meine Unterlagen…“
„wie in unserem ausführlichen und, wie ich finde, sehr angenehmen/ausführlichen/freundlichen Gespräch/Telefonat/Messegespräch besprochen/vereinbart erhalten Sie meine (schriftlichen/vollständigen/) (Bewerbungs-)Unterlagen“
„vielen Dank für das angenehme Informationsgespräch heute Morgen/Mittag/Nachmittag. Wie besprochen übersende ich Ihnen meine (schriftlichen/vollständigen)(Bewerbungs-)Unterlagen“
„nach unserem angenehmen/ausführliche Telefonat/Gespräch, für das ich mich nochmals bedanke, möchte ich Ihnen meine (schriftlichen/vollständigen/)(Bewerbungs-)Unterlagen zukommen lassen“
„anknüpfend an unser interessantes Treffen/Gespräch auf der GISComm Fachmesse/Kongressveranstaltung übersende ich Ihnen meine persönlichen (Bewerbungs-)Unterlagen. “
„bezugnehmend auf/ anknüpfend an/ in Referenz zu/ ein(em) Gespräch mit Herrn/ Frau … (über Ihr Unternehmen/ über eine vakante Stelle in Ihrem Unternehmen / über das Projekt/ die Initiative … ) / auf Empfehlung von Herrn/ Frau ….. “
2.3 Der Hauptteil
2.3.1 Warum bewerbe ich mich?
Interesse, neue Herausforderung, Neugierde, Ortswechsel
2.3.2 Weshalb bin ich der passende und ideale Bewerber?
Persönliche Qualifikation, Motivation, Erfahrung, berufliche Ziele, Hobbys, besondere Qualitäten, Potential, Ausbildung
2.3.3 Welche Bezüge / Parallelen gibt es zwischen mir und dem Anforderungsprofil der angestrebten Position bzw. dem Firmenprofil?
„durch meine ….. (siehe 2.3.2) bin ich besonders/ in besonderer Weise/ für die vakante Position als ….. geeignet/ vorbereitet/ qualifiziert “
„ich sehe die Position in Ihrem Unternehmen als konsequenten Schritt im Hinblick auf meine (berufliche/persönliche/wissenschaftliche/fachliche) Weiterentwicklung/ beruflichen Ziele/ berufliche Verwirklichung“
„die Position als … in Ihrem Unternehmen entspricht (in besonderer Weise) meiner persönlichen Qualifikation/ Motivation/ Erfahrung “
„die Abteilung/ das Team der xyz-Abteilung/ …. würde durch mich/ wäre durch mich/ vor allen im Hinblick auf meine ….. (siehe 2.3.2), an Tiefe gewinnen/ verstärkt werden/ bereichert werden/ “
„In die Tätigkeit / Position als ….. würden vor allem / würden / meine …… (siehe 2.3.2) einfließen/ Ihr Unternehmen unterstützen.“
„In der Position als … würden mir vor allem meine Fähigkeiten/ Talente/ Erfahrungen als ……. zugute kommen.“
„In der Position als … würde ich vor allem meine Fähigkeiten/ Talente/ Erfahrungen als ……. einbringen können/wollen.“
2.4 Abschluss der Bewerbung
„Wenn ich/ meine Bewerbung/ mein Profil Ihr Interesse geweckt haben/ hat, freue ich mich über eine Einladung zum Vorstellungsgespräch/ persönlichen Gespräch/ persönlichen Treffen.“
„Sollten Ihnen meine Bewerbungsunterlagen zusagen, stehe ich Ihnen gerne für ein Vorstellungsgespräch/ persönliches Gespräch zur Verfügung.“
„Ich würde mich freuen, wenn Sie mich nach Prüfung meiner Unterlagen zu einem Vorstellungsgespräch einladen. Hier könnten wir dann gegebenenfalls weitere Details besprechen.“
„Über eine Einladung zum Vorstellungsgespräch freue ich mich.“
„Für alle weiteren Auskünfte stehe ich Ihnen gerne in einem persönlichen Gespräch zur Verfügung“
„Gerne vervollständige ich die/ Ihre (ersten) Eindrücke aus meinen Bewerbungsunterlagen in einem persönlichen Gespräch.“
2.5 Verabschiedung
„Mit freundlichem Gruß, …“
„Mit freundlichen Grüßen, …“
„Mit freundlichen Grüßen aus Frankfurt, …“
2.6 Fragen
Abschließend die zentralen Fragen, die das Anschreiben in einer Bewerbung beantworten sollte:
- Warum bin ich der richtige Bewerber für die ausgeschriebene Stelle?
- Was sind meine persönlichen Qualifikationen und Qualitäten?
- Wie entspreche ich den im Anzeigentext enthaltenen Anforderungen?
- Warum bewerbe ich mich auf diese Stelle?
- Wo stehe ich jetzt beruflich?
- Was sind meine Ziele?
Ein perfekter tabellarischer Lebenslauf überzeugt durch kurze, prägnante Formulierungen, eine logische Struktur und das Fehlen von offensichtlichen oder unerklärten Lücken.
Wie auch beim Bewerbungsanschreiben gilt es den Inhalt auf jede einzelne Bewerbung anzupassen und die für die angestrebte Position relevanten Aspekte besonders herauszustellen. Von einem Standard-Lebenslauf für alle Bewerbungen ist abzuraten.
1. Form und Gliederung – Tabellarischer Lebenslauf
Allgemein sollte der Lebenslauf kurz und knapp formuliert, möglichst mit Computer oder Schreibmaschine geschrieben und übersichtlich auf ein bis maximal drei Seiten verteilt werden.
Bei der Gliederung haben sich zwei Herangehensweisen etabliert:
1.1. Die chronologisch (zeitlich) geordnete Abfolge der Stationen von der Schulbildung bis zur Gegenwart.
Hier gibt es zwei Varianten mit jeweiligen ‘strategischen’ Vorteilen:
Die französische o. amerikanische Form beginnt oben in der Gegenwart und endet unten mit der Schulbildung. So hat der Personaler die aktuellsten Stationen im Blick und kann bei Bedarf das Rad der Zeit weiter zurück drehen.
Für den Bewerber ergibt sich damit die Möglichkeit eventuelle Schwachstellen oder Löcher im Lebenslauf aus Zeiten der Jugend oder der Berufsfindungsphase, auf das Seitenende bzw. die hinteren Seiten verbannen.
Nicht zu empfehlen ist die amerikanische Version, wenn die letzten Jahre eher durchwachsen oder von langer Beschäftigungslosigkeit geprägt waren. In diesem Fall bietet sich die nebenstehende Zusammenfassung nach Themenschwerpunkten an.
1.2. Die Zusammenfassung der Stationen nach Themenschwerpunkten oder Oberbegriffen
Durch die inhaltliche Zusammenfassung und Gruppierung wichtiger Stationen im Lebenslauf wird es noch besser möglich auf die eigenen Stärken einzugehen und den Lebenslauf direkt auf die angestrebte Stelle zuzuschneiden. Da dabei der Fokus weniger auf der chronologischen Abfolge der Stationen liegt, fallen nicht nachweisbare Zeiten im Lebenslauf weniger auf.
Im Gegensatz zur nebenstehenden chronologischen Aufzählung (1.1.) ist aber mehr Fingerspitzegefühl gefordert. Gruppieren, thematisches Verbinden und maßvolles Akzentuieren sollten auch für Dritte übersichtlich und nachvollziehbar sein.
Dazu ein Gliederungsvorschlag:
Name
Geburtsdatum
Familienstand
Schulbildung
Berufsausbildung
Arbeitspraxis
2. Inhalt – Tabellarischer Lebenslauf
2.1. Wichtige Daten
Vor- und Zuname
Geburtsdatum und -ort
Familienstand, ggf. Zahl u. Alter der Kinder
(Religionszugehörigkeit)
Staatsangehörigkeit (bei Ausländern)
Eltern bitte nicht mehr aufführen!
Alternativ können persönliche Daten auch auf dem Deckblatt oder der ersten Seite mit nebenstehendem Foto untergebracht werden
2.2. Schulbildung
besuchte Schulen
Schulabschluss
2.3. Berufsausbildung
Art der Berufsausbildung
Ausbildungsfirma und -ort
Abschluss und Berufsbezeichnung
Wehr- oder Zivildienst
2.4. Hochschulstudium
Fach / Fächer
Universität / Abschlüsse
Studienschwerpunkte
Thema der Examensarbeit / Promotion
2.5. Berufstätigkeit
2.5.1. Selbstständigkeit
Tätigkeit
Ort und Zeit
Art der Selbständigkeit (z.B. Unternehmensgröße, Branche)
2.5.2. Angestelltenverhältnisse
Positionen mit Kurzbeschreibungen der Tätigkeit
Arbeitgeber (Orte und Zeitangaben)
2.6. Weiterbildungen
beruflich
außerberuflich
2.7. Besondere Kenntnisse
berufsrelevante Kenntnisse
Ehrenämter und Vereinsmitgliedschaften
berufsrelevante Hobbys
Führerschein(e) für Fahrzeuge / Maschinen
Sonstige spezifische Stärken
EDV- und Softwarekenntnisse
Fremdsprachen (jeweils mit Sprachlevel)
2.8. Sonstige Informationen
Auslandsaufenthalte
Praktika
2.9. Hobbys/Interessen
Interessen sollten genannt werden
ehrenamtliches u./o. soziales Engagement
Stichwort “Persönlichkeit”, es wäre dennoch von Vorteil Extremsportarten mit hohem Unfallrisiko raus zulassen
2.10. Ort, Datum, Unterschrift
traditionell in blauer Tinte, halbwegs leserlich unterschreiben
3. Checkliste Lebenslauf
- Ist die Gliederung übersichtlich und in sich schlüssig?
- Gibt es Lücken?
- Sind die für die Stelle relevanten Schwerpunkte erkennbar?
- Enthält der Lebenslauf Widersprüche zum Anschreiben oder zu anderen Teilen der Bewerbungsmappe?
- Wird die Praxisorientierung (Nebenjobs, Praktika, Funktionen / Ämter an der Universität) während des Studiums deutlich?
- Welche anderen Aktivitäten neben dem Studium sind relevant?
- Wurde die Zeitspanne zwischen Hochschulabschluss und erster Beschäftigung / Bewerbung sinnvoll genutzt (z.B. Weiterbildung, Praktikum)